Pressestimmen
Feindbild Bauhaus
Flachdach, Satteldach, Kulturkampf: Moderne Architektur polarisiert. Es geht um Identität, Macht und die Frage, wie wir leben wollen. Die AfD nutzt das.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15.03.2026 von Mina Marschall
Haltestelle Flechtinger Straße in Magdeburg. Hier beginnt die Hermann-Beims-Siedlung. Wohnblock reiht sich an Wohnblock, jeder drei Stockwerke hoch, mit Flachdach und gelber Fassade. Kleine Rasenflächen trennen die Gebäude von der Straße. Auf jeder von ihnen steht ein Briefkasten. Nur die Farbe der Haustüren und Fensterrahmen unterscheidet sich von Haus zu Haus.
150 Jahre alte Villa in Wannsee soll abgerissen werden
Seit Jahren setzen sich Anwohner und Bezirkspolitiker für den Erhalt des Hauses in der Kolonie Alsen ein. Doch das Landesdenkmalamt bleibt hart.
Morgenpost vom 07.03.2026 von Katrin Lange
Wannsee Zwei kleine rote Klötzchen, kaum sichtbar auf der verwilderten Wiese, waren das Warnsignal: Hier passiert etwas. „Damit werden neue Gebäude abgesteckt“, erklärt Andreas Kaetzler. Die Markierungen sind ganz plötzlich im Vorgarten einer besonderen Villa aufgetaucht. Sie gehört zu den ersten Häusern, die der Bankier Wilhelm Conrad 1871 in der Kolonie Alsen zwischen dem Kleinen und dem Großen Wannsee bauen ließ. Mit den noblen Anwesen wollte er wohlhabende Berliner aus der Stadt ans Wasser locken.
Die Furcht, dass Berlin es mal wieder vergeigt
Berlin hat in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen, wie man Straßenumbauten und Neugestaltungen im Sinne einer Verkehrswende gegen die Wand fährt.
Berliner Zeitung vom 03.03.2026 von Marcus Weingärtner
Die Friedrichstraße wurde weit über die Stadt hinaus zum Symbol für ideologisch aufgeladene Verkehrspolitik ohne tragfähiges Konzept, mal verkehrsberuhigt, mal Durchfahrtsstraße, mal autofreie Flaniermeile, ohne Plan und ohne Ziel. Ein paar Parklets und ein paar Blumenkübel schaffen eben noch keine Atmosphäre, die den Einzelhandel zum Blühen bringt und die Besucher anzieht. Das Gegenteil war der Fall, am Ende war niemand zufrieden. Jetzt ist die Friedrichstraße nur noch eine an vielen Stellen runtergekommene Innenstadtmeile.
Ideen für den Checkpoint Charlie gesucht
Der ehemalige Grenzübergang gehört zu den Top-Sehenswürdigkeiten. Anzusehen ist ihm das bislang nicht. Jetzt startet Berlin einen neuen Anlauf.
Morgenpost vom 28.02.2026 von Isabell Jürgens
Touristengruppen drängen sich auf schmalen Bürgersteigen und posieren vor dem nachgebauten Kontrollhäuschen, fliegende Händler bieten Hüte der Sowjetarmee als Souvenirs an: Am Checkpoint Charlie standen sich 28 Jahre lang Ost- und West-Grenzsoldaten unversöhnlich gegenüber, bis heute ist der ehemalige Kontrollpunkt weltberühmtes Symbol für den Kalten Krieg. Allerdings lässt sich die historische Bedeutung kaum noch ablesen – das soll sich nun ändern.
An diesem Berliner Unort soll man endlich gerne sein
Trotz ikonischer Bauten gilt das Kulturforum vielen als städtebauliche Sünde. Nun gibt es einen neuen Plan. Er soll die Außenflächen aufwerten. Für Autos bleibt weniger Platz.
Tagesspiegel vom 17.02.2026
Das Berliner Kulturforum soll grundlegend umgestaltet werden. Ziel ist, dass das Areal zwischen Potsdamer Platz, Tiergarten und Landwehrkanal mehr Aufenthaltsqualität bekommt. Das sieht die vom Senat erarbeitete Fortschreibung des Masterplans Kulturforum vor.
