Zu wenig Kiez für eine „Piazza“

Die Verkehrssenatorin will die Friedrichstraße umgestalten. Ein italienischer Architekt widerspricht
Berliner Morgenpost vom 02.06.2022 von Lea Hensen

Kinder, die beim Spielen sorglos über das Pflaster springen. Erwachsene, die sich – mit dem Rücken an einen Brunnen gelehnt – bei einem Glas Wein unterhalten. Restaurantbesitzer, die am Abend Stühle und Tische nach draußen stellen und einander zuwinken – weil man sich kennt. Die Geräuschkulisse: Stimmen, Gelächter, vielleicht das Gitarrenspiel eines Musikanten, jedenfalls keine Autos, keine Hektik, kein Verkehr.

Wir sollen die Gesinnung unserer Spender überprüfen

Aufforderung zum Rechtsbruch durch die Stiftung
Berliner Schloss vom 31.05.2022 von Richard Schröder

Darf eine gemeinnütziges Tierpflegeheim die Spende eines Monarchisten annehmen oder muss demnächst auch bei Blut- und Organspenden vor der Annahme der Spende die Gesinnung des Spenders auf rechtsradikale Umtriebe überprüft werden? Die Frage scheint abwegig und ist leicht zu beantworten. Selbst seine politischen Gegener werden sagen: Da hat sich der Spnner doch direkt mal für etwas Gutes und Vernünftiges eingesetzt.

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Zwei Entwürfe, zwei Preisklassen

Eine der beiden Varianten zur Entwicklung des Molkenmarktes könnte deutlich teuer werden. Die Stadtentwicklungsverwaltung vermeidet eine Positionierung zu den Baukosten
Tagesspiegel vom 31.05.2022 von Teresa Roelcke

Das neue Quartier am Molkenmarkt soll günstigen Wohnraum schaffen im Herzen der Stadt – so stand es im Sommer 2021 in der Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs. Trotzdem will die Stadtentwicklungsverwaltung nicht ausschließen, sich für den wohl deutlich teureren der beiden aktuell noch im Rennen befindlichen Entwürfe zu entscheiden. Das geht aus der Antwort der Stadtentwicklungsverwaltung auf eine schriftliche Anfrage der Linken-Abgeordneten Katalin Gennburg hervor. Ob dann tatsächlich die „breiten Bevölkerungsschichten“, die die Auslobung vorsieht, am Molkenmarkt wohnen werden, könnte durch hohe Baukosten infrage stehen.

Bausenator Geisel: Jährlich 20.000 neue Wohnungen sind nicht machbar

Berliner Morgenpost vom 27.05.2022 von Gilbert Schomaker

Das Koalitionsziel von 200.000 neuen Unterkünften bis zum Jahr 2030 ist damit mehr als fraglich

Berlin Wann Berlin erstmals wieder die Marke von 20.000 neugebauten Wohnungen innerhalb eines Jahres erreicht, ist nach Einschätzung von Bau - und Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel (SPD) noch offen. Der Senat hält an dem im Koalitionsvertrag festgelegten Ziel, in zehn Jahren auf 200.000 neue Wohnungen zu kommen, trotz steigender Inflation und stark anziehender Baupreise, fest. „Wir haben für die 200.000 Wohnungen den Bedarf in Berlin und die freien Flächenpotenziale. Jetzt ist die Frage, wie wir da zeitlich hinkommen“, sagte Geisel. „Linear geht es bestimmt nicht, also immer 20.000 pro Jahr, schon deshalb, weil die Instrumente, die wir jetzt neu einführen, erst später ihre Wirkung entfalten.“

Autofreie Friedrichstraße kostet 200.000 Euro

Berliner Morgenpost vom 29.05.2022 - von Joachim Fahrun

Ausgaben für eine beabsichtigte Umgestaltung der 500 Meter langen Fußgängerzone sind darin noch nicht enthalten.

Die auf 500 Meter für den Autoverkehr gesperrte Friedrichstraße ist derzeit wohl die am meisten diskutierte Straße Berlins . Jetzt hat die Senatsverkehrsverwaltung im Zuge der Haushaltsberatungen auf Nachfragen der FDP-Fraktion erstmals aufgelistet, was der Verkehrsversuch den Steuerzahler kostet. Die Summe, die im laufenden Jahr 2022 im Landeshaushalt für das Projekt „Flaniermeile Friedrichstraße “ vorgesehen ist, beträgt demnach 213.103 Euro und 36 Cent.