Pressestimmen
Berlin – die Hauptstadt der Dörfer
Von Marzahn bis Marienfelde lassen sich überall die Spuren ländlicher Gemeinden entdecken. Das führt oft zu bizarren Parallelwelten
Morgenpost vom 11.10.2025 von Ulli Kulke
„Berlin ist doch auch nur ein Dorf.“ Oft genug müssen wir Hauptstädter diese Floskel hören – oder machen sie uns sogar selbst zu eigen – im Scherz, versteht sich. Ganz falsch ist sie ja nicht. In Schleswig-Holstein zum Beispiel gibt es ein Dörfchen mit diesem Namen, mit nur 600 Einwohnern. Klein, aber sexy. Da es bereits seit 1215 mit dem Namen Berlin in den Chroniken verzeichnet ist, hat es – als ältestes Berlin der Welt – 22 Jahre mehr auf dem Buckel als die deutsche Hauptstadt (1237). Und mit der treibt man dort vergnügt seine Spielchen, nennt seine kleinen Hauptsträßchen Unter den Linden, Uhland- und Potsdamer Straße, amtlich und postalisch ganz offiziell. Am Alexanderplatz gackern dort die Hühner. Selbst ein KaDeWe gibt es, als kleinen Gemischtwarenladen. Auch der dortige Kurfürstendamm konnte indes nicht verhindern, dass die letzte Kneipe in ganz Berlin vor Jahren geschlossen hat.
Mehringplatz in Kreuzberg: „Die Ratten sind größer als eine Katze“
Kreuzberg. Julia lebt seit vier Jahren in einem Kreuzberger Brennpunkt und will dort nur noch weg. Sie erzählt, was das Schlimmste im Kiez ist
Morgenpost vom 04.10.2025 von Philipp Siebert
Auf den ersten Blick ist der Mehringplatz in Kreuzberg ein gemütlicher Ort. Dennoch nimmt die Verwahrlosung seit Jahren zu.
Soziale Durchmischung sei zwar in der Theorie eine gute Idee, um unterschiedliche Schichten der Gesellschaft zusammenzubringen, findet Julia. „Aber wer es sich leisten kann, zieht einfach weg.“ Seit vier Jahren lebt die 31-Jährige am Mehringplatz in Kreuzberg. Die Gegend am südlichen Ende der Friedrichstraße ist schon länger ein sozialer Brennpunkt. Die Lage hat sich in den vergangenen Jahren offensichtlich nochmal deutlich verschärft. „Man hat richtig Angst“, sagt Julia, die ihren wahren Namen nicht veröffentlicht sehen will.
Lost Place Siemensbahn: Wie sie wiederbelebt werden soll
Seit 45 Jahren liegt die S-Bahn-Verbindung zwischen Jungfernheide und Gartenfeld brach. Jetzt gibt es neue, konkrete Pläne. Alle Details
Morgenpost vom 3.10.2025 von Thomas Fülling
An der Siemensbahn tut sich was. Nach jahrelangen Vorprüfungen hat die Deutsche Bahn (DB) mit den konkreten Planungen für die Wiederinbetriebnahme der seit 45 Jahren brach liegenden S-Bahn-Strecke im Berliner Nordwesten begonnen. Spätestens im Herbst nächsten Jahres soll es mit den Bauarbeiten an der 4,5 Kilometer langen Trasse losgehen. Ab Dezember 2029 – und damit pünktlich zum 100-jährigen Bestehen der Verbindung – sollen dann wieder S-Bahn-Züge zwischen Jungfernheide in Charlottenburg und Gartenfeld in Spandau fahren.
Das Paracelsusbad ist Berlins neuer BER
Schön war es nie. Und doch soll es möglichst originalgetreu erhalten bleiben. Das kostet – Zeit und Geld. Vor sieben Jahren begannen die Arbeiten am Paracelsusbad. Die Kosten sind enorm.
Berliner Morgenpost vom 19.09.2025 Newsletter aus der Chefredaktion von Heike Dietrich
Liebe Leserin, lieber Leser,
wenn Kollegen oder Kolleginnen in ihrem Artikel schreiben, eine gewisse Baustelle ähnele dem BER, dann werde ich hellhörig. Reinickendorf -Reporter Dirk Krampitz macht genau das in seinem Text über das Reinickendorfer Paracelsusbad:
Stadtzentrum ohne Zukunft – kommt jetzt die Altstadt zurück?
Am Wochenende lud die Stiftung Mitte Berlin zum Mitte-Fest in die Parochialkirche – mit Ausstellungen, Vorträgen und Debatten über die Zukunft der Mitte Berlins.
Berliner-Zeitung.de vom 14.09.2025 von Yoko Rödel
Nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung im Jahr 1990 hieß es in Berlin: Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört. Das neu gestaltete Stadtzentrum Berlin-Mitte sollte zum Symbol der wiedervereinigten Hauptstadt werden. Der Reichstag wurde saniert, entlang des Spreebogens entstand ein neues Regierungsviertel, der Pariser Platz erstrahlte in neuem Glanz, und am Potsdamer Platz setzten Bürotürme und das Sony-Center ein Zeichen für ein modernes, zukunftsweisendes Berlin.
