Pressestimmen
Jeder Abriss zerstört ein Stück Erinnerung
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz kritisiert den Umgang mit historisch bedeutsamen Gebäuden
FAZ vom 20.08.2025 von Nikolaus Bernau
Jeden Tag gehen mindestens drei in den Denkmalschutzlisten verzeichnete Bauten oder Anlagen „verloren“, wie es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) vornehm formuliert. Sie werden also, obwohl in einem aufwendigen Verfahren ihre historische Bedeutung bereits festgestellt ist, aus den Listen gestrichen, abgerissen, bis zur Unkenntlichkeit vandalisiert. In den allermeisten Fällen gibt es Täter, die eindeutig benannt werden können. Dass etwa durch Naturkatastrophen Verluste entstehen, ist selten. Auch das erfährt man aus dem ersten „Schwarzbuch der Denkmalpflege“, das gestern die DSD in Berlin vorstellte. Sie ist als privater Verein politisch unabhängig, hat auch die einstige Konzentration auf Bauten der vorindustriellen Zeitalter hinter sich gelassen und die Moderne mit in den Blick genommen. Dank Spenden ist die Stiftung inzwischen oft machtvoller als so manches Landesdenkmalamt. Genau diese Macht will sie nun auch mit dem Schwarzbuch aktivieren, jährlich sollen Neuauflagen folgen.
CDU-Politiker Gräff verlässt das Abgeordnetenhaus
Wirtschaftsexperte aus Marzahn-Hellersdorf nimmt Auszeit im Ausland
Morgenpost vom 19.08.2025 - dpa
Berlin Christian Gräff, der für die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, legt sein Mandat zum 30. September nieder. Das kündigte er im „Tagesspiegel“ an. Er suche eine neue Herausforderung, sagte Gräff der Berliner Morgenpost am Montag. Er wolle er mit seiner Familie ab Oktober eine Auszeit im Ausland nehmen, erklärte Gräff weiter. In diesem Jahr ist der Abgeordnete zum ersten Mal Vater geworden. Wie es für ihn danach weiter gehe, wisse er noch nicht. Der Morgenpost sagte er, er wolle sich weiter in der CDU im Bezirk engagieren.
Vorbild Alte Münze
Evers sucht neue Wege für Landesimmobilien
Tagesspiegel vom 11.08.2025
Die langfristige Direktvergabe der landeseigenen Großimmobilie „Alte Münze“ ist äußerst umstritten, könnte aber zum Vorbild für künftige Vergaben von Landesimmobilien werden. Das geht aus einem Gespräch hervor, das Finanzsenator Stefan Evers (CDU) mit der Initiative Stadtneudenken geführt hat. Stadtneudenken ist der Trägerverein des „Runden Tischs Liegenschaftspolitik“, einem Gesprächsformat für transparente Stadtentwicklung.
Archäologie in Berlin: Neue Funde vom Molkenmarkt lassen Mittelalter lebendig werden
Berlin. Die Ausgrabungen am Molkenmarkt zeigen, wie Berliner von Mittelalter bis zum Weltkrieg gelebt haben. Das sind die besten neuen Funde.
Morgenpost vom 08.08.2025
Am Mittwochmorgen präsentierten Bausenator Christian Gaebler (SPD) und Landeskonservator Christoph Rauhut neue Funde von Ausgrabungen am Molkenmarkt. Nur noch bis Ende des Jahres sollen die Grabungen auf dem 22.000 Quadratmeter großen Gelände dauern. 2019 begann die gigantische Freilegung der historischen Mitte Berlins.
Als Berlin den Bauturbo zündete
Vor 100 Jahren entstand die legendäre Hufeisensiedlung. Sie und andere Großsiedlungen jener Zeit zeigen, was heute fehlt.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 03.08.2025 von Anna-Lena Niemann
Wenn ein Haus 100 Jahre auf seinem Fundament stehen darf, ist das schon etwas Besonderes. Übersteht aber eine komplette Siedlung ein ganzes Jahrhundert, hat sie es unbeschadet durch einen Weltkrieg geschafft und ihr Antlitz selbst durch wilde Renovierungswellen nicht verloren, ist das außergewöhnlich. Der Hufeisensiedlung in Berlin-Britz ist dieses Kunststück gelungen. Sie ist in diesem Sinne, was ihr Name immer schon ein bisschen versprochen hat: ein Glücksfall.
