Sinnlose Geldausgaben für ein nicht realisierbares Projekt

Leserbrief zum Artikel „ Flussbad in Mitte: Kostspieliges Vergnügen“
Artikel in der Berliner Morgenpost vom 26.02.2021

Die Kostenerhöhung auf 200 Millionen Euro beim Flussbad in Mitte ist noch zu niedrig angesetzt. Hinzu kommen die Kosten für die Schadensregulierungen infolge Setzungsschäden an den benachbarten, denkmalgeschützten Gebäuden. Unerwähnt bleibt auch, dass Versuche mittels Pflanzenfilter Badewasserqualität herzustellen, erfolglos sind. Auch gibt es Berichte der Denkmalpflegebehörden, des Landesarchäologen und der Unesco, in denen das Projekt als nicht genehmigungsfähig abgelehnt wird. Zu nennen wäre noch die Steuergeldverschwendung. Der Verein erhält für die Betreuung der Projektidee mehr als eine Million Euro, also mehr, als die Planungskosten betragen würden. Warum spricht außer dem Steuerzahlerbund kein Politiker über diese sinnlosen Geldausgaben für ein nicht zu realisierendes Projekt?

Alte Platte, neue Liebe

Leserbrief zu "Neubewertung des ostdeutschen Städtebaus - Alte Platte, neue Liebe"
Artikel im Tagespiegel vom 04.10.2020

Sehr geehrte Redaktion, 
 
leider läuft der Beitrag "Alte Platte, neue Liebe" von Nicola Kuhn Gefahr eine sicher sehr komplexe Debatte auf ein eher schlichtes Lob der "DDR-Moderne" (auch ein oft inflationär gebrauchter - aber unterkomplexer - Begriff!) zu reduzieren. Wer die von Radio Bremen produzierte Dokumentation "Unsere Städte nach´45 Abriss und Protest" gesehen hat kann über diese "Wiederentdeckung" nur den Kopf schütteln. 
Viele moderne Nachkriegsplaner u.a. Rudolf Hillebrecht stammen direkt aus dem Wiederaufbaustab von NS-Minister Albert Speer, und wichtige Ahnherren der Moderne (Le Corbusier) haben intensiv mit dem Faschismus kollaboriert.
Die Demolierungswut - großflächige Abrisse historischer Bauten und ganzer Stadtteile - der 60er und 70er Jahre in West- und Ostdeutschland sind Tatsachen. Mitscherlichs Kritik an der Unwirtlichkeit der autogerechten Trabantenstädte beförderte den Bürgerprotest (West) gegen Größenwahn, ästhetische Zumutungen und Korruption ("Neue Heimat").

Verkehrssenatorin Günther über autofreie Kieze

Leserbrief zu  Verkehrssenatorin Günther über autofreie Kieze „So wie es ist, kann es ganz sicher nicht bleiben“
Artikel im Tagesspiegel vom 24.08.2020

Wer geglaubt hatte, dass die Partei Die Grünen eine Politik für alle Berliner machen würden, hat sich kräftig geirrt. Die Verkehrssenatorin Günther glaubt, mit Insellösungen -z. B. mit einigen Kilometern Fahrradwegen- eine Verkehrswende herbeiführen zu können. Die einseitige Privilegierung der Fahrradwege führt nicht zu einem wirklichen Paradigmenwechsel sondern zu neuen Verkehrsproblemen und zur Diskriminierung eines großen Teils der Menschen in Berlin. Mehr als 1,4 Mio. Bürger unserer Stadt besitzen einen Pkw und sind auf diesen angewiesen, z. B.: ältere Menschen. Die Idee der fahrradgerechte Stadt hat genau so wenig Zukunft wie autogerechte Stadt. Die Aufstellung von unzähligen Pollern zum Schutz der Radfahrer - in Kopenhagen schützt eine zweite Bordsteinkante- führt nicht zu einer Steigerung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Bauen in Berlin

Leserbrief zu "Bauen in Berlin"
Artikel vom 12.12.2019 im Tagesspiegel

Sehr geehrte Frau Lüscher,
Lieber würde ich Sie loben , aber ich kann nur Spott und Häme über Sie giessen.
Ich weiß nicht, was Sie auf Ihrem Posten machen, aber etwas Großes oder Bedeutendes habe ich in den vielen Jahren von Ihnen nicht vernommen.
Es scheint mir immer nur klein- klein.Oder immer nur Nein und Verhinderung.

Es ist nicht zu fassen ...

Leserbrief zu „Instabiler Boden unter dem Mühlengraben - Kann die Einheitswippe hier überhaupt wackeln?“
Artikel vom 16.9.19 in der Berliner Zeitung

Es ist nicht zu fassen: Das Bundesamt für Bauwesen überträgt die gesamte Verantwortung für die Errichtung des Sockels mit der Wippe einem Büro. Wenn dieses aufgrund der unlösbaren Aufgabe in die Insolvenz schreiten muss, dann hängen die Kosten einer Bauruine wieder am Steuerzahler. Haben wir nicht Chancen genug gehabt, aus der Sieben-Milliarden-Grube BER zu lernen?