Wohnen mit Blick auf das Schloss

Neue Nobelappartements am Schinkelplatz
Luxus pur: Am historischen Schinkelplatz in Mitte werden die teuersten Eigentumswohnungen Berlins errichtet. Von dort kann man direkt auf das künftige Schloss sehen oder neben Schinkels Kirche wohnen. Die Häuser selbst werden modern aussehen. Aus gutem Grund.

Berliner Zeitung vom 24.06.2014 - Von Uwe Aulich

Als sportlicher Bauunternehmer muss man beim Joggen auch mal verschnaufen. Uwe Schmitz, der Vorstand der Frankonia Eurobau AG, hat das vor zehn Jahren getan und stand dabei neben der Friedrichswerderschen Kirche in Mitte. „Damals habe ich gedacht: Ist das schön hier. Seitdem habe ich das Ziel, hier zu bauen."

Über das Schloss auf der gegenüberliegenden Spreeseite wurde damals noch diskutiert, den Platz mit dem Denkmal des preußischen Baumeisters Karl Friedrich Schinkel gab es nicht, und die Bauakademie war wie heute nur eine Illusion aus roten Planen.

Ja, wö stöckeln sie denn?

Bikinihaus in Berlin
Mit viel Wirbel hat in Berlin das Bikinihaus wiedereröffnet. In den Fünfzigern ein „Schaufenster des Westens", steht es nun für den Wiederaufstieg des „Zentrums am Zoo" - und für die Gefahr neuer Fehlplanung.
Frankfurter Allgemeine vom 08.04.2014 - von Dieter Bartetzko

Und dann zog sie den Bikini, den sie nirgends tragen kann, ganz alleine zu Hause in der Badewanne an!" Mit dieser parodierend gequakten Schlusszeile beseufzte 1960 Caterina Valente in ihrem Hit „Itsy Bitsy Teenie Weenie Honolulu-Strand-Bikini" die kleinbürgerliche Prüderie der Adenauer-Republik. Eine mit Komik weichgespülte Ironie, die im selben Atemzug guthieß, was sie aufspießte. Dem gleichen Prinzip folgte der angeblich notorisch respektlose Berliner Mutterwitz, der drei Jahre zuvor den Bauriegel des neuen „Zentrums am Zoo" zum „Bikinihaus" ernannte.

Der Berliner Neubau des BND

Fassaden wie die Miene eines Geheimagenten
Entnommen aus FAZ vom 1. April 2014 (bat.).

Ihren Tiefststand erreichte die Architektur der Moderne, als sie in den siebziger Jahren fensterlose Riesenbetonwürfel in die Städte wuchtete. Warenhaus- oder Behördencontainer, Kliniken oder Büros - meist unterschieden nur Aufschriften eins vom anderen. Doch dass all diese Titanen letztlich Bunker waren, konnten auch die Riesenlettern nicht leugnen. Zuweilen verhüllte man die nackte Erbärmlichkeit, inspiriert von Egon Eiermanns inzwischen legendären .Hortenkacheln", mit Metallschleiern aus tausend- fach replizierten Ornamenten. Nach vierzig Jahren, nach der Bildarchitektur der Postmoderne, den Replikaten der Retrowelle Und den Zitaten der Zweiten Moderne kehrt nun der kaschierte Bunker zurück - mitten in Berlins Mitte, mit dem Einverständnis oder betretenen Schweigen der hiesigen Architektenschaft und monströser denn je.

Was wird aus Berlins historischer Mitte?

Noch bis voraussichtlich 2018 ist Berlins Stadtkern eine Großbaustelle. Die Baudirektorin lädt jetzt Interessensgruppen zur Neugestaltung der Freiflächen zwischen Alexanderplatz und Spree ein.
Berliner Morgenpost vom 21.03.2014 - von Isabell Jürgens

Berlins historische Mitte ist noch für gut vier weitere Jahre eine Großbaustelle. Doch 2018 werden die Bauarbeiten am Humboldtforum auf dem Schloßplatz im Wesentlichen abgeschlossen sein, die Eröffnung soll 2019 erfolgen. Zwei Jahre später wird auch die U-Bahn-Linie U5, deren Bahnhöfe derzeit direkt vor dem Berliner Rathaus, an der Museumsinsel sowie an der Kreuzung Unter den Linden und Friedrichstraße im Bau sind, in Betrieb genommen.

Als Deutschland seine Städte in den Tod trieb

Vor fünfzig Jahren erschien Wolf Jobst Siedlers Buch "Die gemordete Stadt". Es war die einflussreichste Architekturpublikation der deutschen Nachkriegszeit und ist bis heute hochaktuell.
Die Welt vom 13. März. 2014, Von Rainer Haubrich

Im Jahre 1963 wähnte sich West-Berlin architektonisch auf der Höhe der Zeit. Mit der Philharmonie von Hans Scharoun wurde das erste Bauwerk des geplanten Kulturforums eröffnet, der einflussreiche Architekt gewann den Wettbewerb zur Neugestaltung des kreisrunden Belle-Alliance-Platzes in Kreuzberg als Mehringplatz, und im Norden der Stadt begann man mit dem Bau des Märkischen Viertels.