Pressestimmen
In Mitte keimt Hoffnung
Die Fußgängerzone in der Friedrichstraße ist weg. Das ist auch ein Sieg für Weinhändlerin Anja Schröder. Sie hat einige Ideen für den Neuanfang
Berliner Zeitung vom 05.07.2023 von Peter Neumann
Nein, nach Jubeln ist mir nicht zumute“, sagt Anja Schröder. „Und es ist nicht so, dass hier alles gleich wieder besser wird.“ Eigentlich könnte sich die Weinhändlerin aus Mitte über ihren Erfolg freuen. Schließlich hat sie entscheidend dazu beigetragen, dass der provisorische Fußgängerbereich in der Friedrichstraße abgeräumt wurde und ein Masterplanverfahren für die historische Mitte beginnt. Doch nun steht weitere Arbeit an. Schröder hat Ideen für ihr Viertel. „Es wird nur klappen, wenn alle mitmachen“, sagt sie.
Senator Gaebler sieht „Fallstricke“ bei Enteignungen
Morgenpost vom 04.07.2023
Berlin: Stadtentwicklungs - und Bausenator Christian Gaebler (SPD) sieht noch erhebliche Schwierigkeiten auf dem Weg zur Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen. „Wenn es so einfach wäre, hätten die Initiatoren das Gesetz auch selber erarbeiten und zur Abstimmung stellen können. Das haben sie aus für mich nachvollziehbaren Gründen nicht gemacht“, sagte der Politiker dem „Tagesspiegel“ mit Blick auf die Initiative „Deutsche Wohnen & Co. enteignen“, die den erfolgreichen Volksentscheid durchgesetzt hatte. „Es hat aber auch niemand etwas davon, wenn wir jetzt schnell ein Gesetz erarbeiten, das dann von einem Gericht vom Tisch gefegt wird.“
Landeseigene verschieben Bauprojekte
Wohnungsgesellschaften verzichten vorerst auf rund 1000 neue Einheiten
Berliner Morgenpost vom 03.07.2023 von Isabell Jürgens
Die Zinsen sind hoch, Fachkräfte knapp und das Baumaterial ist teuer. Europas größter Wohnungskonzern Vonovia hat deshalb angekündigt, im Jahr 2023 keine neuen Bauvorhaben mehr zu starten. Auch die landeseigenen Wohnungsgesellschaften in Berlin treten bei ihren Projekten auf die Bremse, wie aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung auf eine Anfrage der Linken hervorgeht.
Götz Aly gegen das Bezirksamt Mitte
Sechs Personen klagen gegen die Umbenennung der Mohrenstraße, die Klage des Historikers gilt als Leitantrag. Die Geschichte eines Streits.
Berliner Zeitung vom 03.07.2023 von Maritta Tkalec
Unverzüglich“ sollte die Umbenennung der Mohrenstraße nach dem Hauruck-Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung Mitte vom August 2020 starten. Drei Jahre sind seither vergangen, die Mohrenstraße heißt immer noch Mohrenstraße. Der Widerstand von Bürgern hat die Eilvollstreckung durch das Bezirksamt Mitte bislang aufgeschoben. Der Versuch der Berliner Verkehrsbetriebe , den U-Bahnhof in Glinkastraße umzubenennen, war schon im Monat zuvor in Peinlichkeit und Rückzug geendet: Die Verantwortlichen hatten doch glatt übersehen, dass der russische Komponist Michail Glinka antisemitische Opern geschrieben hat.
Expertenkommission zu Vergesellschaftungen Berliner Wirtschaft reagiert kontrovers auf Abschlussbericht
Wichtige Akteure der Berliner Wirtschaft haben auf den Abschlussbericht der Expertenkommission reagiert. Neben Kritik wird vereinzelt auch Euphorie laut.
Tagesspiegel vom 28.06.2023 von Teresa Roelcke
Maren Kern, die Vorsitzende des Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen (BBU), ist nicht begeistert vom Ergebnis des Abschlussberichts der Expertenkommission zur Vergesellschaftung großer Wohnungsbestände in Berlin. Die noch vom Vorgängersenat eingesetzte Expertenkommission habe ein erwartbares Ergebnis vorgestellt, sagt Kern: „Bereits seit dem Zwischenbericht vom Dezember letzten Jahres war klar, wohin die Reise gehen würde: dass die Kommission eine Vergesellschaftung großer Wohnungsunternehmen für machbar hält.“
