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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde des Historischen Berlins,
das Einheitsdenkmal Freiheitsdenkmal in Berlin soll ein Denkmal zur Erinnerung an die friedliche Revolution in der DDR 1989 und an die deutsche Wiedervereinigung sein. Manche finden die Form modern und lebendig, andere finden sie nicht würdig oder zu verspielt. Es wurde gefragt, ob die Darstellung der deutschen Einheit passend genug ist. Eine Diskussion über das Design geführt. 2007 beschloss der Bundestag den Bau. Es ergaben sich jahrelange Verzögerungen.
Jetzt ist es immer noch nicht errichtet. Vor dem Schlossportal gammelt eine verlassene Baustelle vor sich hin. An der Gründung und am Sockel gearbeitet. Auf den Sockel sollte eine 150 Tonnen schwere begehbare Wippe montiert werden. Die Wippe steht beim Hersteller, der Firma „Stahlbau Heinrich Rohlfing“ in Stemwede (Ostwestfalen), denn es gibt einen unlösbaren Konflikt. Der bekannte Journalist Gunnar Schupelius fordert jetzt zu recht die Notbremse zu ziehen: „Reißt den Sockel ab, schmelzt die Wippe ein! Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“
Wir schließen uns der Forderung. Der Platz vor dem Schloß ist repräsentativ umgehend neu zu gestalten.
Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen startet den Wettbewerb zur Gestaltung des Bildungs- und Erinnerungsorts am Checkpoint Charlie.
Der Checkpoint Charlie zählt zu den international bekanntesten historischen Orten des Kalten Kriegs und ist zugleich ein hoch frequentierter städtischer Raum im Zentrum der Hauptstadt. Seine derzeitige Erscheinung und Nutzung werden der historischen Bedeutung nicht gerecht. Der Wettbewerb bietet die Chance, einen hochwertigen Stadtraum mit internationaler Strahlkraft zu entwickeln und an diesem geschichtsträchtigen Ort Lösungen zu finden, die Erinnerungskultur, Stadtraumqualitäten und eine zeitgemäße öffentliche Nutzung überzeugend miteinander verbinden.
Leider müssen wir auf die Umgestaltung der übrigen Friedrichstraße warten.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Hoya Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft Historisches Berlin e. V.
Veranstaltungsrückblick
Parteiübergreifende Einigkeit: Berliner Mitte muss schöner und einladender werden - Projekte des Bundes voranbringen Bundestagsabgeordnete diskutieren beim 15. Historischen Salon der GHB
Mehr Aufenthaltsqualität, schönere Stadträume z.B. am Roten Rathaus, eine Berliner Mitte für alle Berliner schaffen. Dabei darf es sich auch gerne um Rekonstruktionen handeln. Viel Einigkeit herrschte schon zu Beginn zwischen den drei Berliner Bundestagsabgeordneten Hanna Steinmüller (Bündnis 90/Grüne), Lukas Krieger (CDU) und Ruppert Stüwe (SPD) beim 15. Historischen Salon der Gesellschaft Historisches Berlin, diesmal veranstaltet in Kooperation mit dem Freundeskreis Nikolaihaus.
Die Einigkeit setzte sich im großen und ganzen fort, als es um die aktuellen Projekte des Bundes in der Berliner Mitte ging. Der zwischen dem Bund und dem Land Berlin geschlossene Kompromiss zur Wiederrichtung von Schinkels Bauakademie - außen mit historischer Fassade, innen modern - wird begrüßt. 2027 soll der Architekturwettbewerb starten. Wann das gesamte Projekt letztlich vollendet wird, hängt nicht nur von der getrennt vorzunehmenden Planung von Innen- und Außenbereich, sondern vor allem von den zur Verfügung stehenden Mitteln des Bundeshaushalts ab, wo es noch erhebliche Lücken gibt.
Augen zu und durch lautet für die drei Berliner Bundestagsabgeordneten das Motto beim wegen Insolvenz des Bauträgers unvollendeten Freiheits- und Einheitsdenkmal. Man könne jetzt nicht mehr zurück, auch wenn die zeitliche Perspektive weiter unklar bleibe. Kein Zurück auch für die kaiserlichen Mosaiken, die früher am Ort des Denkmals zu finden waren. Ausgestellt werden sollten sie aber durchaus, z.B. im benachbarten Humboldtforum.
Stichwort Humboldtforum/ Stadtschloss: Hier gingen die Meinungen dann doch einmal auseinander. Wenn eine private Initiative wie hier der Schlossbauförderverein Geld für die Wiedererrichtung des Gigantentreppenhauses sammele, warum solle man dies nicht politisch unterstützen, so Hanna Steinmüller und Lukas Krieger. Andere Prioritäten hingegen setzen möchte Ruppert Stüwe.
Stüwe, der übrigens seinerseits im Verwaltungsbeirat der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) sitzt, die für die Bebauung der Brachflächen im rückwärtigen Bereich der Breiten Straße zuständig ist. Wann es hier aber weitergeht? Zeithorizont - mal wieder - unklar.
Um den eigenen Arbeitsplatz der Abgeordneten ging es dann zum Ende der Podiumsdiskussion. Kann man mit der städtebaulichen Qualität der neueren Bundes(tags)bauten zufrieden sein? Nein, kann man nicht, so die einhellige Antwort. Mehr Nachhaltigkeit, mehr Individualität, mehr Qualität wären wünschenswert, so wie einstmals beim Paul-Löbe-Haus umgesetzt.
Veranstaltungskalender 2026
4. Stammtisch der Gesellschaft Historisches Berlin
Wann: Mittwoch, 08. April um 19.00 Uhr Wo: „Fischer & Lustig“, Poststraße 26 • 10178 Berlin (fischerundlustig.de) Dauer: ca. 1,5–2 Stunden
Format: ein offenes Treffen in lockerer Atmosphäre. Kommen Sie ins Gespräch, lernen Sie Mitstreiterinnen und Mitstreiter kennen und bringen Sie gern kurze Geschichten, Fotos oder Fundstücke aus der Historischen Mitte mit.
Ziel: ungezwungener Austausch, neue Ideen, gemeinsame Vorhaben. Kostenlos; Spenden/Beiträge freiwillig
Wir freuen uns auf Sie – Gäste und Interessierte sind ausdrücklich willkommen!
Anmeldung (erwünscht): bitte kurz per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder Telefon
Heiko Mehnert, Organisatorenteam, Kontakt: 030 / 434 90 688 und Gerhard Hoya Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
16. Historischer Salon
Mehr Friedrich Nicolai wagen - wie kann die Berliner Mitte wieder lebendiger und menschenfreundlicher werden?"
Wann: Mittwoch, den 20. Mai 2026 um 18 Uhr Ort: Nikolaihaus (Erdgeschoss), Brüderstraße 13, 10178 Berlin
Viele Brachflächen, die steinerne Einöde rund um das Stadtschloss, das unvollendete Einheits- und Freiheitsdenkmal und die weiter auf sich warten lassende Rekonstruktion von Schinkels Bauakademie bieten derweil ein Bild der Trostlosigkeit. Bei vielen dieser Orte ist der Bund als Eigentümer, aber auch Finanzier gefragt, die Dinge zum Besseren zu wenden.
Wie und wo bringt sich Berlin ein?
Wird sich der Bund damit abfinden, dass das Land Berlin keine Rückkehr des Neptunbrunnens vor das Schloss plant? Gibt es Alternativplanungen bei einem möglichen endgültigen Scheitern des Freiheits- und Einheitsdenkmals? Was geschieht mit den Grundstücksflächen des Bundes im Bereich der Breiten Straße?
Wie kann die Berliner Historische Mitte wieder lebendiger und menschenfreundlicher werden?
Die Abgeordneten Johannes Martin und Mathias Schulz haben zugesagt, über die historische Mitte mit uns zu diskutieren.
Seien Sie mit dabei und melden sich bitte beim stellvertretenden Vorsitzenden der GHB Wolfram Giese (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. bis zum 15. April 2026 an. Die Plätze sind begrenzt und Anmeldungen werden nach der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt
Stadtführung: Denkmälern in der historischen Mitte
Mit Dr. Jörg Kuhn
Wann: Samstag, 06. Juni um 11.00 Uhr Treffpunkt: U-Bhf Unter den Linden / Universitätsstraße Dauer: ca. 1,5–2 Stunden
Fachkundige Führung zu Denkmälern in der historischen Mitte - Friedrich der Große, Generäle an der Neuen Wache usw. mit dem Kunsthistoriker Dr. Jörg Kuhn.
SPENDENAUFRUF
UNTERSTÜTZEN SIE UNS MIT IHRER SPENDE, DAMIT WIR AUCH WEITERHIN UNSERER PROJEKTE IN ATTRAKTIVER FORM PUBLIZIEREN KÖNNEN
Herzlichen Dank allen Spenderinnen und Spender, die die Arbeit der GHB in den zurückliegenden Jahren tatkräftig unterstützt haben. Ihre Spende trug dazu bei, dass wir die Ziele unseres Vereins ver-wirklichen konnten und durch Ausstellungen, Vorträge, Diskussionen, Führungen und Veröffentli-chungen das Historische Berlin vielen Bürgern und Besuchern unserer Stadt näherbringen konnten. Das historische Berlin ist das Fundament für die Identität Berlins. Dieses Fundament zu erhalten, ist heutzutage keine leichte Aufgabe, insbesondere unter den aktuellen politischen Gegebenheiten.
Die begonnene Arbeit wollen wir verstärkt fortsetzen. Wir arbeiten zur Zeit an Visualisierungen zum Klosterviertel und am Projekt „Intensivierung der GHB-Öffentlichkeitsarbeit“.
Kostenerhöhungen und die demografische Entwicklung in unserer Mitgliedschaft engen unsere finan-ziellen Möglichkeiten ein. Auch die aktive Teilhabe der Mitglieder nimmt aufgrund der Überalterung ab, was zur vermehrten Beschäftigung von Dienstleistern und somit zu höheren Ausgaben führt.
Bitte helfen Sie uns weiterhin mit einer Spende! Jeder Geldbetrag zählt! Unser Verein ist gemeinnützig und darf Spendenquittungen ausstellen.
Aktuelle Presse
Bauentwicklung allg. / Kultur / Politik / Berlin Mitte:
Die Furcht, dass Berlin es mal wieder vergeigt Berliner Zeitung vom 03.03.2026 von Marcus Weingärtner Die Friedrichstraße wurde weit über die Stadt hinaus zum Symbol für ideologisch aufgeladene Verkehrspolitik ohne tragfähiges Konzept, mal verkehrsberuhigt, mal Durchfahrtsstraße, mal autofreie Flaniermeile, ohne Plan und ohne Ziel. Ein paar Parklets und ein paar Blumenkübel schaffen eben noch keine Atmosphäre, die den Einzelhandel zum Blühen bringt und die Besucher anzieht. Das Gegenteil war der Fall, am Ende war niemand zufrieden. Jetzt ist die Friedrichstraße nur noch eine an vielen Stellen runtergekommene Innenstadtmeile.
150 Jahre alte Villa in Wannsee soll abgerissen werden Morgenpost vom 07.03.2026 von Katrin Lange Wannsee Zwei kleine rote Klötzchen, kaum sichtbar auf der verwilderten Wiese, waren das Warnsignal: Hier passiert etwas. „Damit werden neue Gebäude abgesteckt“, erklärt Andreas Kaetzler. Die Markierungen sind ganz plötzlich im Vorgarten einer besonderen Villa aufgetaucht. Sie gehört zu den ersten Häusern, die der Bankier Wilhelm Conrad 1871 in der Kolonie Alsen zwischen dem Kleinen und dem Großen Wannsee bauen ließ. Mit den noblen Anwesen wollte er wohlhabende Berliner aus der Stadt ans Wasser locken.
Feindbild Bauhaus Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 15.03.2026 von Mina Marschall Haltestelle Flechtinger Straße in Magdeburg. Hier beginnt die Hermann-Beims-Siedlung. Wohnblock reiht sich an Wohnblock, jeder drei Stockwerke hoch, mit Flachdach und gelber Fassade. Kleine Rasenflächen trennen die Gebäude von der Straße. Auf jeder von ihnen steht ein Briefkasten. Nur die Farbe der Haustüren und Fensterrahmen unterscheidet sich von Haus zu Haus.
Was läuft schief beim Sondervermögen? Morgenpost vom 19.03.2026 von Günter Marks und Christoph Link Berlin Die Glaubwürdigkeit der Bundesregierung steht einmal mehr auf dem Spiel: Mit dem Münchner Ifo-Institut und dem IW Köln werfen gleich zwei renommierte Wirtschaftsinstitute dem Bund vor, einen großen Teil des vor einem Jahr beschlossenen 500 Milliarden Euro großen Sondervermögens bislang nicht wie vereinbart für zusätzliche Investitionen, sondern zum Stopfen von Haushaltslöchern zu verwenden. Die für die Schuldenaufnahme nötige Grundgesetzänderung im März 2025 war in einem umständlichen parlamentarischen Verfahren herbeigeführt worden.
Museum "Berlin Modern": Eröffnung wohl viele Monate später T-online vom 20.03.2026 von Max Pribilla Die Eröffnung des neuen Hauptstadtmuseums "Berlin Modern" wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach weiter nach hinten verschieben. Das geht aus dem halbjährlichen Bericht von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer an den Haushaltsausschuss des Bundestages über den Fortschritt der Baumaßnahmen hervor. Das Dokument liegt der Regionalredaktion von t-online in Berlin vor.
Gewerbe-Leerstand in Mitte: „Betrachten Verdrängung mit Sorge“ Morgenpost vom 23.03.2026 von Iris May Gastronom Raden Hodos kann es partout nicht verstehen. Seit rund 20 Jahren fährt er an einem Laden in der Friedrichstraße 114 vorbei, der leersteht. Die Hintergründe für den Leerstand sind im Dunkeln. Die Pette Immobilienentwicklung GmbH, zuständig für die Immobilie in der Friedrichstraße 114, ließ eine Anfrage der Morgenpost unbeantwortet und war auch telefonisch nicht erreichbar.
Denkmal der Einheit am Schloss immer noch nicht da Der gerechte Zorn B.Z. vom 25.03.2026 von Gunnar Schupelius Das „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ vor dem Schloss (Humboldt Forum) soll an die Befreiung vom Sozialismus in der DDR 1989 erinnern. 2007 beschloss der Bundestag den Bau, 2013 sollte das Denkmal eröffnet werden, dann 2019. Jetzt ist es immer noch nicht angekommen. An seiner Stelle vor dem Schlossportal gammelt eine verlassene Baustelle vor sich hin. Hier wurde am Sockel gearbeitet. Auf den Sockel sollte eine 150 Tonnen schwere begehbare Wippe montiert werden.
Regenbogenbänke und weitgehend autofrei – SPD Mitte stellt Wahlprogramm vor Morgenpost vom 24.03.2026 von Julian Würzer Ganz so viel über die Vergangenheit will Steffen Krach nicht reden, zumindest nicht an diesem Abend. „Wir hatten jetzt zwei Wahlen. Die waren aus unserer Sicht nicht so erfreulich, wie sich der ein oder andere das gewünscht hat“, sagt der SPD-Spitzenkandidat. „Ehrlich gesagt, ist ‚nicht erfreulich‘ nur eine freundliche Formulierung für ‚es waren richtige Mistergebnisse‘. Aber weder Stuttgart noch Mainz seien vergleichbar mit Berlin. Daher sei er optimistisch, dass sie, die Sozialdemokraten, das hinbekommen – also am 20. September in das Rote Rathaus einzuziehen.
Wettbewerb zur Neugestaltung des Checkpoint Charlie startet Berliner-Abendblatt.de vom 30.03.2026 Teams aus den Bereichen Landschaftsarchitektur, Architektur und Ausstellungsgestaltung sind eingeladen, ihre Ideen einzureichen. Ein Preisgericht aus externen Fachleuten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Verwaltung entscheidet im Juni und September über die eingereichten Wettbewerbsbeiträge.
Diese Stadt verfault, verrottet und verwest bei lebendigem Leib T-online vom 26.03.2026 von Christoph Schwennicke Berlins Mythos wird immer noch besungen, sein herber Charme glorifiziert und verklärt. Seit einem halben Leben macht unser Kolumnist das nun schon mit. Und hat die Nase jetzt voll. Gestrichen voll.
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