Der gerechte Zorn
B.Z. vom 25.03.2026 von Gunnar Schupelius

Das „Freiheits- und Einheitsdenkmal“ vor dem Schloss (Humboldt Forum) soll an die Befreiung vom Sozialismus in der DDR 1989 erinnern. 2007 beschloss der Bundestag den Bau, 2013 sollte das Denkmal eröffnet werden, dann 2019. Jetzt ist es immer noch nicht angekommen. An seiner Stelle vor dem Schlossportal gammelt eine verlassene Baustelle vor sich hin. Hier wurde am Sockel gearbeitet. Auf den Sockel sollte eine 150 Tonnen schwere begehbare Wippe montiert werden. Die Wippe steht beim Hersteller, der Firma „Stahlbau Heinrich Rohlfing“ in Stemwede (Ostwestfalen), denn es gibt einen unlösbaren Konflikt: Vor drei Jahren behauptete die Firma, die damalige Kulturstaatsministerin Roth (Grüne) habe nicht alle Rechnungen beglichen, deshalb könne die Wippe nicht geliefert werden. 2024 stellte die Firma Insolvenzantrag, seitdem streiten die Insolvenzverwalter mit dem Bundeskanzleramt. Roth scheiterte an der Wippe und ihr Nachfolger Wolfram Weimer bisher auch.

Auf Anfrage ließ er uns mitteilen, er befinde sich „in konkreter und konstruktiver Abstimmung mit dem Bauministerium und dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung über mögliche Lösungen und zeitliche Rahmenbedingungen“. Das klingt nicht sehr konkret. Unglaublich, aber wahr: Die Bundesregierung gab bereits mehr als 12 Millionen Euro für Planung, Sockelbau und Rechtsstreitereien im Zusammenhang mit dem Denkmal aus.

Es ist Zeit, die Notbremse zu ziehen: Reißt den Sockel ab, schmelzt die Wippe ein! Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.

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