Pressestimmen
Senatsverwaltung verteidigt Abriss denkmalgeschützter Gebäude in Johannisthal
Die Zustimmung sei nach jahrzehntelanger Vernachlässigung der maroden Bausubstanz erfolgt. Kritik kommt von der oppositionellen FDP.
Berliner Zeitung vom 05.08.2022 von Ulrich Paul
Die für den Denkmalschutz zuständige Senatsverwaltung für Kultur hat den geplanten Abriss denkmalgeschützter Gebäude am Rand des ehemaligen Flugplatzes Johannisthal verteidigt. Dort soll, wie berichtet, ein neues Stadtquartier entstehen.
„Aufgrund der nach jahrzehntelanger Vernachlässigung maroden baulichen Substanz vieler Gebäude haben die Denkmalbehörden unter anderem dem Abriss von Halle 4 zugestimmt“, teilte die Kulturverwaltung auf Anfrage mit. Zugleich verwies die Behörde darauf, dass eine Reihe denkmalgeschützter Gebäude erhalten bleibe. Die „jahrelangen Abstimmungen mit den Denkmalbehörden“, so der Sprecher der Senatsverwaltung für Kultur, spiegelten sich im aktuellen Bebauungsplanentwurf für das Areal am Segelfliegerdamm.
Humboldt-Forum und Documenta: Wir sollten aufhören mit zweierlei Maß zu messen
Seit Monaten wird auf der Documenta 15 über Antisemitismus diskutiert. Doch die Diskussionen über das Berliner Stadtschloss vermissen ein solches Bewusstsein.
Berliner Zeitung vom 03.08.2022 von Jürgen Zimmerer
Neben dem Berliner Stadtschloss mit seinem Humboldt-Forum wäre die Documenta 15 fast der zentrale Ort für Deutschlands kulturelle Begegnung mit der Welt gewesen. Ein Ort, die Welt kennenzulernen, ihr zuzuhören und auszuhandeln, wie man hier zu ihr steht. Darin sind beide Projekte bislang grandios gescheitert. Beide offenbaren, wie selektiv in Deutschland die viel beschworenen Lehren der eigenen Geschichte gezogen werden. Und wie der Vorwurf des Faschismus, Rassismus und Antisemitismus vor allem dann aufkommt, wenn er sich „anderen“ zuschreiben lässt.
Grüne und Linke wollen Bausenator Andreas Geisel (SPD) stoppen: Mit uns werden keine Eigentumswohnungen gebaut!
Berliner Kurier vom 02.08.2022 von dpa/Carstensen
Es bahnt sich ein Koalitionskrach in Berlin an. Stadtentwicklungssenator Andreas Geisel und die SPD gegen Grüne und Linke. Anlass: der Verschlag von Geisel, dass auch landeseigene Wohnungsunternehmen Eigentumswohnungen bauen sollten, um künftig damit niedrige Sozialmieten im Neubau zu finanzieren. „Ein Anteil an Eigentumswohnungen wäre ein möglicher ergänzender Finanzierungsweg, denn wir können ja nicht jede Preissteigerung einfach dauerhaft mit öffentlichen Mitteln wegsubventionieren“, sagt Geisel. Das passt den Koalitionspartnern nicht.
Märchenhaft
Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 29.07.2022 von Michael Psotta
Ein Märchen genießt inzwischen fast den Ruf der endgültigen Wahrheit: Sozialer Wohnungsbau sei . notwendig, um den aus dem Ruder gelaufenen Wohnungsmarkt wieder in die richtige Richtung zu schieben. Die Argumente klingen vordergründig durchaus nachvollziehbar: Mehr geförderte Wohnungen helfen armen Menschen, entspannen den Wohnungsmarkt im Allgemeinen und setzen genau dort an, wo es am meisten hapert - am Mangel günstiger Mietwohnungen.
Debatte um Ausbau der Berliner Stadtautobahn: Wer die Verkehrswende will, muss die A100 fortführen
Der Hauptgeschäftsführer der IHK Berlin sagt: Wirtschaftsverkehr muss auch in der Stadt von morgen fließen. Eine verkehrsberuhigte Innenstadt ist ohne A100-Ausbau unrealistisch. Ein Gastbeitrag.
Tagesspiebel vom 29.07.2022 von Jan Eder
Mit der Ankündigung des Bundesverkehrsministeriums, die Planungen für den Weiterbau der A100 vorantreiben zu wollen, ist die Autobahn wieder im Zentrum der politischen Debatte der Hauptstadt angekommen. Umwelt- und Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne) bezeichnete die Pläne als „ Verkehrspolitik von vorgestern“. Das klingt zunächst nachvollziehbar – schließlich ist die Reduktion des Autoverkehrs erklärtes Ziel der Berliner Politik und für das Erreichen der Berliner Klimaziele ein wichtiger Baustein .
