Neugestaltung der Mittelpromenade startet im Sommer – Einschränkungen für den Verkehr
Morgenpost vom 01.12.2025 von Jessica Hanack
Mitte Im Sommer soll die Umgestaltung des Boulevards Unter den Linden starten, im ersten Schritt nimmt sich die Senatsverkehrsverwaltung die Mittelpromenade vor. Berliner müssen sich auf eine mehrere Jahre umfassende Bauzeit einstellen, und auf entsprechende Einschränkungen. „Die Umsetzung der Maßnahme Neugestaltung der Mittelpromenade ist ab Mitte 2026 avisiert mit ersten Baumpflanzungen im Herbst 2026 und wird voraussichtlich bis Ende 2029 andauern“, teilte Verkehrsstaatssekretär Arne Herz kürzlich auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen mit.
„Während der prognostizierten Bauzeit wird eine Nutzung der Mittelpromenade der jeweiligen Teilabschnitte nicht möglich sein“, sagt Michael Herden, Sprecher der Senatsverkehrsverwaltung. Daneben werden die Belieferung der Baustelle und das nötige Bereitstellen von Bearbeitungsraum zu Einschränkungen im Straßenverkehr führen.
Die Umgestaltung des Boulevards soll für mehr Aufenthaltsqualität und Verkehrssicherheit für alle sorgen, außerdem will Berlin die knapp 800 Meter lange Strecke zwischen Wilhelmstraße und Universitätsstraße an die Anforderungen des Klimawandels anpassen – so beschreibt Staatssekretär Herz die Ziele. Zeitlich versetzt werden dafür zwei Projektteile realisiert, wobei wie beschrieben mit der Mittelpromenade begonnen wird.
Auf dieser ist der Zustand der vorhandenen Bäume schwierig. „Aufgrund der geringen Vitalität und zu erwartenden geringen Lebensdauer des Altbaumbestandes ist der Ersatz und die Entwicklung einer neuen, gesunden und klimaangepassten Baumallee aus Silberlinden zentraler Bestandteil der Maßnahme“, so Herz. Wie die Verkehrsverwaltung präzisiert, sollen insgesamt 157 Silberlinden neu gepflanzt werden.
Fläche zwischen Wilhelm- und Universitätsstraße neu gestaltet
Die aktuell lückenhaften Rasenflächen sollen außerdem durch Pflanzbeete mit einer artenreichen und insektenfreundlichen Bepflanzung ersetzt werden, heißt es. „Sowohl die optische Wirkung der Bepflanzung als auch die dadurch geschaffene Abgrenzung zur Fahrbahn erhöhen die Aufenthaltsqualität im Promenadenbereich“, so Herden. „Die Pflanzflächen besitzen zudem eine höhere Verdunstungsleistung und tragen damit zur Kühlung des Standortes bei.“ Regen soll durch ein „dezentrales Regenwassermanagement“ direkt in die Beete eingeleitet werden, für Trockenperioden ist eine digital gesteuerte Bewässerungsanlage geplant.
Das Geld für diesen Projektteil stammt laut Verkehrsverwaltung aus dem Sondervermögen Infrastruktur Wachsende Stadt; vorbereitende Arbeiten für die Bäume werden über die vom Senat beschlossene „Strategie Stadtlandschaft“ finanziert. Die genehmigte Bauplanungsunterlage sieht für das Vorhaben Kosten in Höhe von knapp 11,6 Millionen Euro vor, teilt Sprecher Michael Herden mit.
Beim zweiten Projektteil geht es laut Senatsverwaltung um sämtliche öffentlichen Verkehrsflächen von Wilhelm- bis Universitätsstraße. Die Planung hierfür ist bereits vor zwei Jahren gestartet. Ziel ist es, die Flächenzuteilungen für die verschiedenen Verkehrsarten neu zu konzipieren. „Im Fokus steht insbesondere die Verbreiterung der Gehwege“, heißt es. Auch die Flächen für den Rad- und Kfz-Verkehr sollen neu aufgeteilt werden. So soll eine Ampel für den Fußverkehr an der Kreuzung an der Glinkastraße ergänzt und der Knotenpunkt an der Schadowstraße für den Individualverkehr gesperrt werden, schildert der Sprecher von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) . „Dadurch wird eine durchgehende Verbindung für den Fußverkehr auf der Mittelpromenade geschaffen.“
Geplant ist zudem das Pilotprojekt mit dem Namen „Versickerungsrinne Typ "Unter den Linden “. Das Ziel: Regenwasser im Bereich der Geh- und Radwege weiternutzen zu können. „Dazu wird das Regenwasser über das Quergefälle einer Rinne zugeführt, die ein Substrat zum Filtern enthält und nach unten geöffnet ist“, so Herden. Und: „Die Rinnenabdeckung soll entgegen der derzeitig am Markt verfügbaren Bauart mit einem designten Granitstein erfolgen, der sich in den Gestaltungsrahmen des Prachtboulevards einfügt.“
Der Abschluss der Vorplanung ist laut Verkehrsverwaltung für das erste Quartal 2026 vorgesehen. In deren Rahmen soll Herden zufolge eine belastbare Kostenrechnung für den Umbau von Geh- und Radwegen sowie Fahrbahnen vorliegen. Die Finanzierung ist über die Investitionsplanung des Landes vorgesehen. In einer Schätzung von 2021 wurden die Gesamtkosten mit knapp 26,3 Millionen Euro angegeben, mit dieser Summe ist das Vorhaben auch im Investitionsprogramm des Senats vermerkt. Ein Baubeginn für den zweiten Projektteil ist für 2028 avisiert.
