Pressemitteilung der Gesellschaft Historisches Berlin e.V.
Berlin, 19. April 2026 - Die Gesellschaft Historisches Berlin e.V. und die Allianz der baukulturell engagierten Berliner Bürgervereine kritisieren Entscheidungen zum Humboldtforum und fordernUnterstützung für Rekonstruktion des Großen Treppenhauses.
Die Allianz der baukulturell engagierter Berliner Bürgervereine hat sich mit einem offenen Brief an den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Dr. Wolfram Weimer, gewandt. Darin äußern die Organisationen deutliche Kritik an aktuellen Entscheidungen des Vorstands der Stiftung Humboldtforum und fordern ein Umdenken im Umgang mit dem bürgerschaftlichem Engagement des Fördervereins Berliner Schloss.
Die Allianz, bestehend aus fünf Berliner Vereinen und Stiftungen, betont die herausragende Bedeutung des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses für die historische Mitte der Bundeshauptstadt. Dieser sei maßgeblich dem Engagement des Förderverein Berliner Schloss zu verdanken.
Mit Unverständnis reagieren die Unterzeichner auf die Entscheidung des Vorstands der Stiftung Humboldtforum unter Leitung von Prof. Hartmut Dorgerloh, den Mietvertrag des Fördervereins im Humboldtforum nicht zu verlängern. Hier sei es ein Gebot der Dankbarkeit und Anerkennung der Leistungen des Fördervereins, diesem alleine die Entscheidung darüber zu überlassen, wie lange er seine Arbeit dort ausstellen möchte.
Zudem kritisiert die Allianz die Ablehnung des Angebots des Fördervereins durch Dorgerloh, Spenden für die Rekonstruktion des historischen Großen Treppenhauses zu sammeln. Dieses bedeutende Bauwerk des Barock, ursprünglich nach Entwürfen von Andreas Schlüter errichtet, gilt als eines der wichtigsten verlorenen Architekturwerke Berlins.
Nach Ansicht der Bürgervereine würde eine Rekonstruktion nicht nur die Authentizität des Schlosses stärken, sondern auch neue kulturelle Anziehungskraft entfalten und wirtschaftliche Impulse setzen. Die angeführten Gründe gegen eine Umsetzung – insbesondere mögliche Beeinträchtigungen des Museumsbetriebs – seien aus Sicht der Allianz nicht überzeugend.
Die Unterzeichner appellieren an Kulturstaatsminister Weimer, sich für den Verbleib des Fördervereins im Humboldtforum sowie für die Realisierung des Treppenhausprojekts einzusetzen. Gerade in Zeiten knapper öffentlicher Mittel müsse bürgerschaftlich finanzierte Kulturarbeit stärker unterstützt werden.
Abschließend regen die Initiativen an, die strategische Ausrichtung und personelle Besetzung des Stiftungsvorstands zu überprüfen. Seine Entscheidungen seien nicht im Sinne dessen, was für Berlin und die Baukultur des Landes den größten Vorteil böte.
Kontakt: Gesellschaft Historisches Berlin e.V.
Gerhard Hoya
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