Leserbrief von Heide Ellerbrock vom 21.06.2026 zum Artikel in der Morgenpost vom 21. Juni zur Schwimmdemo

Herr Krach, 

nicht nur ich bin über dieses Verhalten befremdet. Als Kandidat für das Amt des Regierenden Bürgermeisters missachten Sie die Warnungen Ihres Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) vor den Gesundheitsgefahren in diesem Kanal. Ebenso ignorieren Sie die Pressemitteilung unserer Senatorin für Mobilität, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz vom 19. Mai 2026, in der die Rechtswidrigkeit eines solchen Vorgehens ausdrücklich benannt wird. Beide Informationsquellen hatte ich Ihnen bereits vor der Schwimmaktion zur Kenntnisnahme zugesandt.

Wie sollen Bürgerinnen und Bürger Ihnen als möglichem zukünftigen Repräsentanten des Landes vertrauen, wenn Sie behördliche Warnungen und geltende Regelungen nicht ernst nehmen? Welches Signal senden Sie damit an die Öffentlichkeit?

Als Vertreter der SPD hätten Sie gestern stattdessen die Möglichkeit gehabt, sich am Brandenburger Tor sichtbar für die Aktion „Gegen sexuelle digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ einzusetzen. Es erscheint wenig überzeugend, eine derart wichtige gesellschaftliche Aufgabe allein einer Frau, einer prominenten SPD-Politikerin wie Saskia Esken zu überlassen. Die Initiative „Männer gegen Gewalt“ ist bereits am Vatertag mit dem Motto „Es reicht nicht mehr aus, kein Täter zu sein – wir müssen endlich lauter werden“ in Berlin und Hamburg auf die Straße gegangen.

Hier hätten Sie als Mann und SPD-Politiker ein deutliches Zeichen für alle Berlinerinnen und Berliner setzen können. Stattdessen haben Sie durch Ihre Teilnahme an der Schwimmaktion einen kleinen Verein unterstützt, der für das Projekt Flussbad bereits öffentliche Mittel in Höhe von 8 Mio. Euro erhalten hat, ohne bislang einen entsprechenden Erfolg vorweisen zu können und dessen Anliegen zudem im Widerspruch zu behördlichen Warnungen steht. Aufruf: Setzen Sie sich für die Nachrüstung einer 4. Reinigungsstufe unserer Klärwerke ein, damit wenigstens die geklärten Wässer für die Landwirtschaft genutzt werden können. Damit würden auch unsere Flüsse freier von Medikamenten, Drogen, gesundheitsgefährdenden Keimen, Stoffen etc. werden. 

Für wie vertrauenswürdig halten Sie Ihr eigenes Handeln vor diesem Hintergrund?

Mit verhalten freundlichem Gruß

Heide Ellerbrock, parteilos

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