In Mitte klingt wieder das Glockenspiel der Parochialkirche

Das Glockenspiel der Parochialkirche erklingt wieder an der Klosterstraße - erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg.
Berliner Morgenpost vom 22.10.2016 - Von Sabine Flatau

Nach 72 Jahren erklangen am Sonntag erstmals wieder die Glocken der Parochialkirche in Berlin-Mitte. Die Einweihung des neuen Glockenspiels mit über 50 Glocken sowie der neuen Turmspitze wurden bei einem Gottesdienst unter freiem Himmel gefeiert. Mehrere Tausend Menschen waren zu diesem Anlass erschienen. Die Kirche an der Klosterstraße hinter dem Roten Rathaus wurde 1944 durch einen Bombentreffer zerstört. Der Wiederaufbau wurde größtenteils durch Spenden finanziert, unter anderem von dem Berliner Unternehmer Hans Wall.

Wie der Schlossbrunnen zum Nabel der Stadt wurde

Neptunbrunnen
Berliner Zeitung vom 31.10.2016 - Von Maritta Tkalec

Da bekam der Berliner, was er schon immer am meisten mochte: kostenlos was zu sehen. Ein Spektakel mit Promis und Musike. Der Schlossplatz war voller Menschen, als am Sonntag, dem 1. November 1891, vor genau 125 Jahren, um 15 Uhr das opulente Wasserspiel feierlichst enthüllt wurde. Der Kaiser war da samt Hofstaat, Oberbürgermeister Max von Forckenbeck und natürlich der Schöpfer des Werkes, der Bildhauer Reinhold Begas.

Wilhelm II. verlieh der neuen Attraktion den Namen „Schlossbrunnen“. Anders als die sechs Jahre später gleich um die Ecke, vor dem Hauptportal der Residenz errichtete monumentale Kaiser-Wilhelm-Reiterstatue samt üppigem Bodenvolk gehörte der Schlossbrunnen nicht in die Kategorie der Nationaldenkmale – Monumente zur Verherrlichung der Erhebung und Einigung Deutschlands sowie zur Anbetung der Hauptakteure: Wilhelm I. & II., mit einigem Abstand Reichskanzler Fürst Otto von Bismarck.

Planen und Pläne am Schinkelplatz

Schinkels Bauakademie soll als Museum wiedererstehen. Das würde wiedergutmachen, was ihm Berlin angetan hat.
Süddeutsche Zeitung vom 13. Oktober 2016 - von Jens Bisky

Im Winde zittern die Planen, sie zittern sehr lang schon und erinnern daran, dass einst hier Karl Friedrich Schinkels Bauakademie stand und dass man sie wieder aufbauen wollte. Um das Jahr 2000 wurde zu Demonstrationszwecken die Nordostecke des Rohziegelgebäudes originalgetreu kopiert; wenig später wurden bedruckte Planen vor Gestänge und Gerüst gehängt, als Stellvertreter und Ankündigung der Mauern, die da kommen sollen. Die Gegend ist seitdem eine andere geworden: der kleine Schinkelplatz vor der Planen-Akademie wirkt mit seinen drei Denkmälern und dem aufwendigen Pflaster wie eine Preußenpostkarte in 3D, nebenan wird der Schlossneubau fachkundig verkleidet, außerdem stehen ringsum Baucontainer und allerneueste Wohngebäude herum. Das seien "Luxuswohnungen", heißt es. Innen müssen die toll sein, denkt der Berliner, der ganze Luxus muss da drin sein, denn die Fassaden zeigen ihn nicht, sehen sehr bescheiden aus.

Stadtparlament kippt Bürgerbegehren zur Potsdamer Mitte

Berliner Zeitung vom 14.09.2016 - von Jens  Blankennagel

Das Stadtparlament von Potsdam hat das erfolgreiche Bürgerbegehren für den Erhalt von DDR-Architektur im historischen Zentrum gekippt. Mit großer Mehrheit erklärten die Abgeordneten am Mittwoch das Bürgerbegehren für den Erhalt des ehemaligen DDR-Interhotels Mercure, der Fachhochschule und eines Wohnblocks für rechtlich unzulässig. Die Initiative „Kein Ausverkauf der Potsdamer Mitte“ hatte knapp 15.000 Unterschriften gegen den geplanten Abriss dieser Bauten gesammelt.

Von Haus aus missglückt

Bauherren und Architekten im Würgegriff des Bebauungsplans: Warum nur ist uns die Fähigkeit abhandengekommen, schöne und bewohnbare Städte zu bauen? Ein Denkanstoß.
FAZ vom 01.09.2016 - Von Christoph Mäckler

Warum eigentlich sind unsere alten Städte in Europa schöner als alles, was Planer und Architekten je in den vergangenen Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg an Neuem entwickelt haben? Ist das normal? Sind Städte, wie der eine oder andere Kritiker im Brustton der Überzeugung öffentlich vertritt, unplanbar? Oder beruht der desolate Zustand der neuen Stadtviertel mit ihren traurig-tristen Straßen, denen jede Anmutung und Aufenthaltsqualität fehlt, einfach nur auf einem fatalen Unwissen der Fachleute, Straßen und Plätze als städtische Aufenthaltsräume zu planen?